Pluto

neptu Planet – Pluto

Pluto beschreibt ein alchimistisches Prinzip, nach dem Metalle zu Gold transformiert werden können. Die plutonische Energie beschreibt das Wesen der Wandlung, das auch darin einen Ausdruck findet, daß aus einer Blüte ein Apfel wachsen kann. Die Metamorphose in der Biologie unterliegt dem plutonischen Prinzip, durch das aus einer Raupe ein Schmetterling entstehen kann.

Allem Vergehen und Entstehen liegen plutonische Kräfte zugrunde, so daß der Mensch schon im Rhythmus des Jahres in diese wandelbare Energie miteingeschlossen wird. Im Herbst sterben viele Pflanzen ab, die ihr Samenkorn in der Erde zurückgelassen haben, aus dem eine neue Pflanze erwachsen kann. Somit liegt im Sterben auch gleichzeitig wieder das Werden begründet.

Wenn man vielleicht auch nicht an ein Leben nach dem Tode glauben möchte, so wird man doch das wandelnde und fruchtbare Prinzip im Sterben wiederfinden können: Bei der Kompostierung im Garten entsteht aus verwelkenden Pflanzen nach der Verrottung Humus, der den Samen dieser abgestorbenen Pflanzen wiederum als Nährboden dient. Ohne Humus können die Samen nicht keimen und so in der entstehenden Pflanze keinen neuen Seinszustand erlangen.

Jeder Übergang von einem Zustand in einen anderen erscheint radikal. Wenn ein schön gebauter Schneemann in der Sonne zu Wasser schmilzt, sieht das unerbittlich und trostlos aus. Je mehr der Mensch an einem alten Zustand festhält, desto schmerzvoller wird der Übergang zu einem neuen Anfang werden. In der Regel ist ja auch hinreichend bekannt, daß der Mensch nur dann eine Veränderung in sich zuläßt, wenn er unter einem Leidensdruck steht, wenn er sich also in einem Zustand psychischer Schmerzen befindet, die auch in vielen Fällen den Leidensweg vor dem Sterben begleiten.

Die plutonische Energie kann als Heilungsenergie betrachtet werden, die dazu verhilft, mit altem, überlebtem Ballast aufzuräumen und alte Wunden aufbrechen und wieder verheilen zu lassen, womit die Basis für etwas Neues geschaffen wird. Allerdings bleiben die Narben der Erinnerung als Erfahrungen ein Leben lang spürbar;sie können ein Zeichen dafür sein, wie tief sich die damit verbundene Erkenntnis in die Seele eingegraben hat.

Verwandlungen finden im Verborgenen statt und können nicht bewußt mitverfolgt oder gar kontrolliert werden. Dem Pluto werden die Instinkte des Menschen zugeordnet, die triebgesteuert und unkontrollierbar ablaufen. Die plutonische Energie beschreibt eine Kraft, die so mächtig wie die Lava bei einem Vulkanausbruch aus dem Inneren hervorbricht. Sie ist so mächtig wie eine Naturgewalt, wie ein Einfluß, dem sich der Mensch nicht entziehen kann, dem er ausgeliefert ist und der in ihm ein Gefühl der Ohnmacht hinterläßt, wenn er sich gegen diese Übermacht zur Wehr setzt.

Alle Wandlungsprozesse erfordern ein Loslassen und ein Abschiednehmen von Vergangenem. Die plutonische Energie läßt den Menschen durch die Hölle gehen, die darin besteht, daß er vor dem Übertritt in ein neues Bewußtsein mit allen Schandtaten der Vergangenheit konfrontiert wird. Wenn der Mensch allen Schatten seiner Psyche begegnet ist, wenn er sich von allen Verhaftungen gelöst hat, kann ihm das Leben nichts mehr anhaben und er ist frei und mächtig.